Demokratie

"Democracy is the worst form of government -
except for all those other forms,
that have been tried from time to time."
"Demokratie ist die schlechteste Regierungsform –
außer all den anderen Formen,
die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

(Winston Churchill in einer Rede im Unterhaus am 11. November 1947)

Definition:

Der Begriff stammt aus dem Griechischen:

demos - Volk, kratein - herrschen à Demokratie - Volksherrschaft; nach den Athenern war Demokratie eine Verfassungsform, die Herrschaft des einfachen Volkes, wobei Frauen, Sklaven und AusländerInnen ausgeschlossen waren; der Demokratiebegriff veränderte sich im Laufe der Zeit.

Heute bezeichnet der Begriff eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und direkt oder (und) indirekt von ihm ausgeübt wird.

Abraham Lincolns Definition: "Government of the people, by the people and for the people"


Demokratie ist eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und direkt oder (und) indirekt von ihm ausgeübt wird. Wie Demokratie definiert wird, ist abhängig von der Zeit in der die Definition entsteht und von dem Theoretiker selbst. So entstanden mehrere "Definitionen". Welche nun zutreffend ist, darüber streiten sich immer noch die Politikwissenschaftler.

"Die Verfassung, die wir haben [...] heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist." So definierte der griechische Staatsmann Perikles (circa 500-429 v.Chr.) die Demokratie im Athen seiner Zeit. Die Perikleische Definition, so eingängig sie zunächst erscheinen mag, ist erst der Auftakt einer Diskussion über sehr unterschiedliche Begriffe, Modelle und Praktiken der Demokratie. Schon Aristoteles konstatierte im 4. Jahrhundert v. Chr.: "Jetzt aber meinen einige, es gäbe bloß eine Demokratie [...], doch das ist einfach nicht wahr."
Der Begriff der Demokratie taucht erstmals im antiken Griechenland auf. Eine der ältesten Quellen ist der Geschichtsschreiber Herodot (484-425 v. Chr.), der im fünften Jahrhundert v. Chr. festhält, dass Kleisthenes die demokratia in Athen eingeführt hat. Dort durchlebte die antike, klassische Demokratie von 508/507 bis 322 ihre Blütezeit mit weitgehender Selbstregierung der athenischen Bürgerschaft.

Ob im alten Griechenland, zu Zeiten sozialistischer Volksdemokratien oder in westlich geprägten parlamentarischen Demokratien - zu jeder Zeit verbanden sich mit dem Begriff Demokratie ganz unterschiedliche Inhalte.

Immer war es jedoch das Volk, das in den jeweiligen Systemen die Macht ausübte. In der Geschichte der Demokratien wurde das wahlberechtigte Volk jedoch stets unterschiedlich definiert.  Einmal waren die Sklaven nicht Bestandteil des Volkskörpers, ein anderes mal mussten die Frauen auf ihre Rechte verzichten. Auch Rasse, Religionszugehörigkeit oder die soziale Schicht bestimmten nicht selten, wer nun in der betreffenden Demokratie stimmberechtigt war und wer nicht .

Die Magna Charta von 1215 garantierte den Menschen im englischen Königreich Recht und Ordnung. Ein erster wichtiger Schritt in Richtung Demokratie nach 1500 Jahren Irrungen und Wirrungen, den ersten Demokratieansätzen der Antike. Doch auch die Magna Charta war ein Dokument der Ungleichheit und damit letztlich des Unrechts und der Willkür. Erst mit der französischen Revolution (und nicht zu vergessen dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg) wurden jene Begriffe vernehmlicher thematisiert, die auch heute noch das Fundament parlamentarischer Demokratie bilden: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (liberté, égalité, fraternité).

Eine modernere Basis für heutige Demokratien bietet die Charta der Menschenrechte von 1948, weil sie die Rechte der Frauen zumindest  ansatzweise berücksichtigt, und den patriarchal klingenden Begriff der "Brüderlichkeit" nicht erwähnt.

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Links

  • Landeszentrale für politische Bildung:
     Zeitschrift Politik & Unterricht Heft 2/3 2006
     Demokratie (er-)leben
     Ein Prinzip in Gesellschaft und Politik

     Zeitschrift PUU - Demokratie erlebenDer weltweite Siegeszug demokratisch legitimierter politischer Ordnungen wird heute allgemein konstatiert. "Demokratie" gilt als "die moderne Organisationsform politischer Herrschaft". Demokratische Systeme rücken den einzelnen Bürger, den Menschen in seiner Würde und Einzigartigkeit in den Mittelpunkt. Dieser Auffassung entsprechen die verfassungsmäßig verbrieften Grund- bzw. Menschenrechte, die in Diktaturen außer Kraft gesetzt sind. Mit dem vorliegenden Heft bieten wir dieses Mal einen ergänzenden, lebensweltbezogenen und auch spielerischen Zugang an. Den Lehrkräften des Landes wollen wir damit Unterstützung bei ihrer wichtigen Aufgabe geben, das Bewusstsein um die Bedeutung der Demokratie bei den Schülerinnen und Schülern zu stärken. Zahlreiche Projekt- und Spielvorschläge sollen Lust auf Demokratie machen und zeigen, dass uns das Prinzip der Demokratie im Alltag, in der Gesellschaft und in der Politik tagtäglich begleitet - und dass es der tagtäglichen Umsetzung und Stärkung bedarf. ...mehr

  • Wikipedia: Demokratietheorie

  • Bundeszentrale für politische Bildung
    Schriftenreihe Informationen zur politischen Bildung:
    Parlamentarische Demokratie Heft 295/2007
  • BpB: Themenblätter aus der Reihe "Themenblätter im Unterricht" (PDF)
    Demokratie - was ist das?

  • BpB Dossier: Deutsche Demokratie
     Politik betrifft uns alle. Sie beeinflusst unser Leben in allen Bereichen – auch wenn wir uns dessen oft überhaupt nicht bewusst sind. Zwar verpflichtet unsere freiheitliche Gesellschaft niemanden dazu, sich politisch zu engagieren. Doch wer die Politik nur den anderen überlässt, verzichtet freiwillig auf sein Grundrecht der politischen Mitbestimmung.

Kleine Geschichte der Demokratie

[griechisch, "Volksherrschaft"]

Die Demokratie entwickelte sich in Europa zuerst in den griechischen Stadtstaaten als direkte oder unmittelbare Demokratie.

Die moderne Demokratie erwuchs zunächst aus den kalvinistischen Glaubenskämpfen des 17. Jahrhunderts, besonders in Schottland, England und den Niederlanden, in denen die Gemeinde als Träger des religiösen und politischen Lebens hervortrat, sodann aus den Lehren der Aufklärung, besonders aus ihren Anschauungen von der Freiheit und Gleichheit aller und von der normativen Bedeutung des vernünftigen Denkens des einzelnen über Staat und Gesellschaft. Grundlegend wurden die Lehren J. J. Rousseaus von der Volkssouveränität als einem unteilbaren und unveräußerlichen Recht des Volkes.
Der erste moderne demokratische Staat waren die USA. In Europa wurde erstmals in der Französischen Revolution ein Staat auf demokratischen Prinzipien gegründet.

Heute zählen 85 Staaten zu den Demokratien. Die Demokratie ist in Deutschland (Art. 20 Abs. 1 GG) als tragendes Verfassungsprinzip fest verankert.

Eine modernere Basis für heutige Demokratien bietet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, weil sie die Rechte der Frauen zumindest  ansatzweise berücksichtigt, und den patriarchal klingenden Begriff der "Brüderlichkeit" der französischen Revolution nicht erwähnt.

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